1 Woche ohne Smartphone - Mein Selbstexperiment
Wie letztes Jahr verzichte ich auch dieses Jahr wieder eine Woche lang auf mein Smartphone. Mein Tagebuch und Fazit vom Dopamin-Detox.
1 Woche ohne Smartphone - Mein Selbstexperiment
Hallo Zusammen,
wie letztes Jahr, verzichte ich auch dieses Jahr wieder eine Woche lang auf mein Smartphone. D.h. für mich, ich richte mir ein “Ersatz” Smartphone ein, auf diesem nur die notwendigsten Apps für meine Arbeit als IT-Sysadmin installiert werden. Im Zeitraum 02.12.2024 - 09.12.2024 heißt es dann für mich “Smartphone frei”.
Das Ziel der Übung
Mein Ziel dabei ist wie im letzten Jahr, mich von Ablenkungen durch Social Media Apps etc. komplett zu befreien. Zudem möchte ich mir selbst zeigen, dass ich noch Kontrolle über meinen Smartphone “Konsum” habe, und jederzeit darauf verzichten kann.
Der Griff schnell mal zum Smartphone während der Arbeit oder in der Freizeit ist somit komplett weg. Und somit:
- Mehr Fokus und Klarheit
- Momente bewusster erleben
- Keine Ablenkungen
Die Vorbereitung
Letztes Jahr hatte ich das alles sehr spontan entschieden, und in der Woche schnell gemerkt, dass ich ein paar Dinge vergessen habe.
Dinge die ich in 2023 einfach vergessen hatte:
- Passwort Manager
- Authenticator Apps erst während des ersten Tags ohne aktuelles Handy versucht einzurichten
- Lichtsteuerung im Fitnessstudio (den ersten Tag musste ich im Dunkeln trainieren)
- Zugang zum Firmengebäude
Für die aktuelle Woche stand somit der Plan für die Apps, die ich auf jeden Fall benötigen werde:
- Passwort Manager
- Microsoft und Google Authenticator App
- Gebäude Zugang
- Zeit Erfassung
Alle anderen vorinstallierten iOS Apps werden, falls möglich deinstalliert. Die einzige App die ich auf jeden Fall nutze ist der Wecker.
Die Woche / ein kurzes Tagebuch
Tag 1 - 02.12.2024
Was soll ich sagen, 1h monoton auf dem Ergometer — echt langweilig. Positiv war dabei, dass ich über viel nachdenken konnte. Anfangs war mein Ziel 25km, im Laufe schwenkte es dann um auf einen Zielverbrauch von 600kal. Ergebnis war dann 27,1km / 605kal. Fazit: ein wenig übertrieben, ich war danach platt.
Bei der Arbeit, absolut kein Problem, hatte keinen Drang was an meinem Smartphone zu machen. Abends wieder positiv, ich war die ganze Zeit mit meiner Tochter beschäftigt. Wir haben gemalt und gebastelt. Tolle und bewusste Zeit.
Tag 2 - 03.12.2024
Homeoffice Tag, und schon beim Einschalten der Technik: wie bekomme ich jetzt meine Smart Home Leuchten an? Während des Tages auch kein Drang in Richtung der alten Smartphone Umgebung. An die passwortlose Anmeldung in der Microsoft 365 Umgebung hatte ich mich schon nach kurzer Zeit sehr stark gewöhnt und vermisse die Funktion ein wenig.
Positiv — mir kommen gute Ideen, die ich in Zukunft mit umsetzen bzw. einbauen werde.
Tag 3 - 04.12.2024
Der Schlaf war super, ich war gestern auch irgendwie froh, im Bett nicht noch die letzte halbe Stunde vor dem Einschlafen mit “Rumscrollen” am Smartphone zu verbringen.
Im Training: kurz gesagt, ich hasse Radio. Ich verzichte ja schon mehrere Jahre auf TV und Radio, da ich der Meinung bin es kommt nur Müll. Heute Morgen während der einen Stunde mind. 5 Versionen von Last Christmas und 3x die Info das Bayern irgendein wichtiges Spiel verloren hat.
Auch wieder während der Arbeit keine Gedanken oder Drang in Richtung Handy / Social Media Apps, so langsam wird es zum Alltag.
Tag 4 - 05.12.2024
Heute Morgen fast mein Handy zu Hause vergessen. Ist ja zu Hause aktuell nur der Wecker.
Veranstaltung zu Advent in der Schule unserer Tochter. Und mir ist gleich aufgefallen, wie alle versuchen das beste Foto oder Video zu machen. Ich hab einfach bewusst unserer Lisa beim Singen zugeschaut, und mich gefreut, den Moment genießen zu dürfen. Ein sehr schöner Abend voller glücklicher Kinder.
Leute, der Griff zum Handy als Ablenkung ist reine Kopfsache.
Wenn es um mich persönlich geht, kenne ich keine Ausreden.
Tag 5 - 06.12.2024
Cardio Training 3/4 — auch heute wieder der Plan, mit einem moderaten Tempo durch die Stunde. Ziel nach einer Stunde waren 24,5km / 532kal.
Ohne Musik und die typischen “Scroll” Apps, komme ich auf andere Gedanken. Nach der Arbeit konnte ich die Zeit bis zum Abend noch sehr gut für mein neues “kleines” Projekt nutzen. Kein “App scrollen” auf dem Sofa, stattdessen produktiv und fokussiert an meinem Konzept und Skripten weitergeschrieben.
Tag 6 - 07.12.2024
Samstag, nur den Wecker gestoppt, das war es mit Handy Nutzung für den Tag.
Mein aktueller Gedanke: Ich denke, die meisten Menschen nutzen das Smartphone am wenigsten, für das es eigentlich entwickelt wurde. Es soll uns nicht die Zeit vertreiben, sondern uns helfen die Zeit sinnvoll zu nutzen.
Den Samstag habe ich noch genutzt, um zu Hause ein wenig aufzuräumen. Ich bin der festen Überzeugung, je mehr man sich von materiellen Dingen befreit, umso befreiter wird man im Kopf.
Tag 7 - 08.12.2024
Letzter Tag. Training war heute nicht so langweilig, da Sonntags doch ein paar da sind, mit denen man nebenbei reden konnte. Am Ende stand auf dem Display 30,7km / 636kal — somit habe ich mein Wochenziel von 100km erreicht.
Ich bin mir sicher, ohne ein Ziel wären es nie die 100 geworden. Wir müssen uns Wochenziele bzw. Aufgaben fest einplanen, sonst geht wieder eine Woche herum, und wir haben nichts erreicht.
09.12.2024 - Der Tag danach
Ich habe das Handy erst nach der Mittagspause angeschaltet und geschaut, ob meine MFA Apps etc. gehen, bevor ich mein Ersatz Handy wieder ausschalte.
Mein Fazit
Durchweg positiv! Wenn ich ehrlich bin zu einfach, ich hatte zu keiner Zeit einen Drang nach meinem Smartphone.
Auch wurde ich in der Woche von dem ein oder anderen belächelt, wozu man das überhaupt machen sollte – aber ich habe gelernt, dass man sich manchmal trauen muss, etwas anders zu machen, um an selbst zu wachsen.
Wer immer das tut, was er schon immer getan hat, wird immer der bleiben, der er schon immer war.
Kleiner Tipp: ich habe im Kalender fest einen Tag in der Woche eingeplant (bei mir der Freitag), an dem ich mir immer überlege, was ich nicht mehr brauchen könnte. Dazu zählt bei mir alles Materielle und Apps auf dem Handy.
Lieber Gruß Micha